Altes Pferd - Offenstall - Fütterung?

In meinem Aktivpaddock habe ich schon viele ältere und alte Pferde, gesundheitlich eingeschränkt, in ein hohes Lebensalter begleiten dürfen.

 

 

 

 

 

Jeder möchte seinem Pferdesenior eine schöne Altersteilzeit, Rente oder Lebensabend gönnen, vielen ist aber nicht bewusst, dass das einen sehr hohen Finanz- und Arbeitsaufwand bedeutet!

 

 

 

 

 

Mein Wallach Chicco, hier mit 28 Jahren, Zeit seines Lebens im Offenstall... Zahnprobleme, Arthrosen, viele Wettkampf - Kilometer auf dem Tacho...

 

in den Jahren ab 21, Zufütterung auch zur Weidezeit, im Fellwechsel und Winter...

Fütterung alter Pferde im Offenstall

Erhalt der Statur, Kraft, Muskulatur – und dadurch ein gesundes Selbstbewusstsein, ist im Alter nicht mehr so einfach…

 

 

Insbesondere ältere Pferde – hier ist es nicht zwangsläufig das Lebensalter, sondern auch der „Gebrauchszustand“ oder abgemagert durch vorangegangene Erkrankungen, haben einen erhöhten Bedarf an Grundfuttermitteln, die der Besitzer dann aufbringen muss.

 

Alte Pferd haben neben Zahnproblemen und dem Mangel an Bewegung, (ja, auch das ist ein großer Faktor, Muskulatur baut ab, wenn sie nicht mehr benutzt wird) einfach einen erhöhten Grundbedarf an Nahrung.

 

 

Im „Normalfall“ habe ich einen Mehrbedarf des Körpers aus Gründen wie:

 

·         Zahnverlust, langsames Fressen, verringerte Darmtätigkeit

 

·         Schlechte Verwertung der „normalen“ Gruppenfütterung

 

·         ältere Pferde haben oft in einer Gruppe Stress, sein es, weil sie nicht mehr so schnell ausweichen können, sich schwerer tun, mit Ablegen und Aufstehen.

 

·         Schmerzen, sei es Spat, Arthrose, Bänder und Sehnenschäden, Gelenksteifigkeit usw.

 

·         Zu wenig Wasseraufnahme, Appetitlosigkeit

 

 

 

Allgemein konnte man in den letzten Jahren eine Entwicklung beobachten, die auch bei jüngeren Pferden zu mehr Zufütterung zwingt:

 

Die Qualität der Böden nimmt stark ab (die ja die Inhalte des Grases => Heu/Heulage usw. ausmachen), der fehlende Regen in vielen Regionen lässt die Böden und Gräser vertrocknen, Unkräuter und Monokulturen entstehen.

 

Ebenso in Regionen mit viel Regen, hier werden die Düngung und Bodenverbesserungen einfach abgewaschen und fließen in die Oberflächengewässer ab.

 

 

 

 

Die artgerechte Pferdehaltung nur auf Weide / Offenstall mit Weidezugang / Heu als Futtergrundlage lässt sich bei diesen Umweltbedingungen im Offenstall nicht mehr einfach so machen.

 

Ein Pferd ausschließlich mit Heu, (wo ist das in ausreihender Menge und Qualität schon möglich?) in der Gruppe zu halten, bei derzeitigen Weidezuständen, keine Grasnarbe, kein Nachwachsen seit Juni, ist ohne Gewichtsverlust (oder beim jüngeren Pferd ohne Mangel – Blutbild zeigt es auf) nicht zu machen!

Was bleibt uns also?

Eine entsprechende (dauerhafte) Zufütterung unserer Pferde

 

Was füttere ich also zu?

 

Das untergewichtige Pferd im mittleren bis hohen Lebensalter:

 

Die Heuration und das wenige Grünfutter kann mittels Graspellets, Heucops, Luzernepellets in ausreichender Menge ausgeglichen werden. Diese ausreichend eingeweicht, ergänzen den Flüssigkeitshaushalt, geben Raufaser und Spurenelemente. Gräser und Luzerne enthalten leicht verdauliche, lebensnotwendige Bausteine.

Dazu ein Kraftfutter, Hafer und ein gutes (Senior-) Mischfutter, Minerale ergänzen und runden ab.

 

 

 

Als Menge rechne ich z.B. nach Faustformel:

 

Beispiel  Warmblut 600kg

bekommt am Tag je nach Ernährungszustand,
verteilt auf mindestens 3 Mahlzeiten:

  • 5kg Heu/Gras/Luzernepellets, (eingeweichter Zustand)

 

 

 

  • Ergänzt wird die Ration mit 0,5-3kg spezielles Seniormischfutter, zB. Seniormüsli Josera, oder Beste Jahre St. Hippolyt

 

  • 1/2kg Hafer, macht Appetit, Gerste geht auch, allerdings sollte man insgesamt eher auf eine Getreidefreie Fütterung achten…

 

  • Dazu ein Mineralfutter, hier bin ich persönlich bei unseren Heu und Graswerten mit dem regional hergestellten Joker der Firma Josera gutversorgt.

 

  • Gutes Öl, maximal 100ml Leinöl, Hanföl, als Fettbaustein, ein - zwei Esslöffel Schwarzkümmel als Öl oder Pellet hat sich ganzjährig bewährt, belebt den Stoffwechsel, Atemwege und wirkt gegen Hautparasiten…

 

  • Zweimal wöchentlich ergänze ich beispielsweise die Ration mit 1 Liter Mash,  das ich einfach untermische…

 

  • Zweimal jährlich eine Kur mit Kristallkraftprodukten (Nr. 1 oder Nr. 2) reinigt den Darm, bereitet auf Fellwechsel, Futterumstellung und Stallwechsel vor…

 

 

Ergänzend kann man viele Zutaten geben, Kräuter, Obst und Möhren, diverse Flüssigergänzungsmittel…

 

Bewährt hat sich bei Arthrose eine Kur mit Weidenrinde Mädesüß, 2-4x jährlich für 3 Wochen,

 

Teufelskralle gerne auch als Kur, aber nicht mit anderen Kräutern mischen und auf den Magen achten!

 

Atemwegskräuter, Leber- und Nierenunterstützung, Fellwechsel usw. kann man natürlich gerne untermischen, aber auch hier sei gesagt, viel hilft nicht viel, sondern bitte strukturiert, in Abständen geben, dann kann der Körper auch damit arbeiten.

 

 

 

Fazit des Ganzen:

 

Auch ein gut geführter Stall kann nicht alle Bedürfnisse eines untergewichtigen Pferdes ausgleichen, das ist dann doch die Aufgabe des Pferdebesitzers.

Zufütterung kann immer vereinbart werden, die Kosten für Futtermittel und ggf. Mehraufwand trägt dann der Besitzer.

 

Will man es richtig machen, muss man unter Umständen mit monatlichen Mehrkosten nur für Futtermittel, tierärztliche Begleitung, Blutbilder und Kontrollen von 50 bis 250€ rechnen…

 

Fütterungsberatung, individuelle Futterpläne jederzeit unter Therapie@Spessartreiter.de

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