Stallhopping, oder das Problem mit einer homogenen Pferdegruppe...

Stallhopping, oder das Problem, mit der homogene Pferdegruppe…

 

Fast ein Ding der Unmöglichkeit ist es, in einem Pferdestall/Pensionsstall, so klein er auch sein mag, einen festen Bestand am Stallmitgliedern zu halten… eine homogene Pferdegruppe über längere Zeit zu etablieren.

Es gibt Pferde, die sind mehr als 10 Jahre im Bestand, andere Einsteller wechseln z.T. jährlich, oder in noch kürzeren Intervallen, die Anlage.

 

Natürlich darf, kann, soll man, wenn es dort nicht passt, die Entscheidung treffen und den Stall verlassen, keine Frage.

 

Warum findet sich aber (leider für viele Pferdebesitzer) nicht eine Anlage (unter den vielen), die bereits kennengelernt wurden?

 Wo man sich tatsächlich mal, dem Pferd zu Liebe, auf einen längeren Aufenthalt einlassen kann?

 

Pferde sind Lebewesen mit Empfindungen.

Liebe, Freundschaft und auch Abneigungen – diese  werden in der Herde (auch in Kleingruppen von 2-4 Tieren) nicht mal eben schnell geklärt, sondern oft dauert es mehrere Monate, bis zu einem Jahr, bis sich das Tier in die Pferdefamilie, Rangordnung, Dynamik eingefügt hat.

 

 Dann kommt der Mensch und stellt es wieder um…

 

Neben Rittigkeitsproblemen, Stress Syndromen, Haut-, Ekzem, Magen-, Darmproblemen kommen viele kleine Indizien, die immer stärker und größer werden, bis sich im laufe der Jahre, eine handfeste Krankheit entwickelt.

Oft interpretieren die Besitzer dann, dass die Erkrankung durch den Stall bedingt ist, übersehen dabei die lange Vorgeschichte, wo Weichen schon lange vorher gestellt wurden…

 

Ich empfehle den Pferdebesitzern daher immer eine Liste zu führen,

 Wünsche des Menschen              Wünsche für das Pferd       gewünschte Leistung

 Angebot des Stalles        für Mensch        für Pferd         gebotene Dienstleistungen

 

Insbesondere gibt es auch zu vergleichen, wie steht das Pferd da?

 Alter, Ernährungs- Gesundheitszustand,

  ist der Besitzer bereit, ggf. täglich, sein Tier zusätzlich mit Futter zu versorgen?

 - oder ggf. einen Aufpreis für Zufütterung, Kraftfutter oder zusätzliches Raufutter zu zahlen?

 Heu nass, oder bedampft, für den Allergiker, staubfreie Einstreu – hier nützt auch die teuerste Einstreu nichts, wenn in der Nachbarbox kräftig Stroh und Heu aufgeschüttelt wird…

 Welches Stallsystem, Versorgung, Dienstleistungen werden geboten?

 Welche Bedingungen wünsche ich mir, was sagt vielleicht mein Tierarzt/Therapeut?

 Und ausschlaggebend ist meist ja auch noch die Kleinigkeit der Kosten, Miete und Einstellgebühren…

 

 Ich habe nun mal ein paar Kollegen gefragt und eine kleine Statistik geführt und verglichen, warum sich Menschen entscheiden, einen Stall zu verlassen…

 

80% der Menschen verlassen einen Stall, weil sie mit einem Mitglied der Stallgemeinschaft, oder dem Stallbetreiber, persönliche Differenzen haben....

Das Pferd aber nicht, auch muss das Pferd 24h dort sein, der Mensch aber nicht, man könnte sich

a)       aussprechen – (meines Erachtens eine recht gute Möglichkeit)

b)      zu anderen Zeiten kommen

c)       oder ganz einfach in Toleranz und Gleichmut üben?

 

15% der Menschen stellen Ihr Pferd um, weil sie mit dem Stall nicht zufrieden sind

 Davon in der Gewichtung von oben, nach unten:

 -          Sportliche Möglichkeiten, Trainingsbedingungen

 -          Dienstleistung

 -          Raufuttermenge

 -          Hygiene bis Verletzungsgefahr (Matsch, Lotterzaun und Co)

 -          Pferdeverträglichkeit-

 -          Krankheit (Alter, Verletzungsbedingt usw.)

 Hier stelle ich fest: wieder steht ganz oben in der Liste, das Bedürfnis des Menschen im Vordergrund!

 

5% der Menschen, stellen das Pferd aus finanziellen Gründen um

 Ok, das ist nun mal eine Option, die oft nicht wirklich gesteuert werden kann

 

Da ist eine Entscheidung gegen eine Anlage mit allem Firlefanz , hin zum billigen Offenstall hinterm Haus, verständlich.

 

Mein Fazit, und ich muss sagen, das Ergebnis hat mich echt erschreckt!

Die Stallwechsel sind tatsächlich hauptsächlich aus egoistischen Gründen vorgenommen worden, auch ist die Reitweise, Rasse, sportliche Ambitionen nebensächlich, die Quersumme wurde aus allen Pferdehaltern gebildet, Sportreiter, Freizeit- Wald- und Wiesenreiter…

 

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